Vegan (und vegetarisch) ist ein Megatrend des Jahrzehnts, der sich überall auf der Welt bemerkbar macht. Ob grüne Smoothies, Avocado-Brote oder Tofu-Würstchen – immer mehr Menschen setzten auf eine hauptsächlich pflanzliche Ernährungsweise. Aber was ist dran an der Sache? Handelt es sich lediglich um eine Modeerscheinung der Promis oder gibt es tatsächlich Gründe, die dafürsprechen, weniger Fleisch zu essen?

Wir haben einige stichhaltige Argumente zusammengestellt, die dafürsprechen, den eigenen Fleischkonsum zu reduzieren.

Vegane und vegetarische Ernährung liegt klar im Trend

In Deutschland hält der Veggie-Trend schon viele Jahre kontinuierlich an. In einem Artikelvon ProVeg Deutschland (ehemals: VEBU/Vegetarierbund Deutschland) gibt es dazu beeindruckende Zahlen. Demnach leben mittlerweile rund 8 Millionen Menschen in Deutschland vegetarisch und 1,3 Millionen vegan. Die Gründe weniger Fleisch zu essen sind dabei sehr unterschiedlich. Auf der einen Seite sind die Menschen heute besser über das Thema Ernährung informiert. Mit zunehmendem Bewusstsein über die Zusammenhänge von Gesundheit und Lebensstil ändert sich auch das Kauf- und Essverhalten.

Für viele Vegetarier und Veganer ist die Entscheidung weniger Fleisch zu essen aber auch ethisch motiviert. Der bewusste Verzicht auf tierische Produkte geht einher mit dem Wunsch, unnötiges Tierleid und die Ausbeutung der Umwelt zu verringern. Oft sind es außerdem gesundheitliche oder religiöse Gründe, die Menschen dazu bewegen, vegetarisch oder vegan zu leben.

Warum ist weniger Fleisch essen sinnvoll? Die 5 wichtigsten Argumente

1. Zu viel Fleisch ist ungesund

Durchschnittlich isst ein Deutscher 60 Kilo Fleisch im Jahr. Das ist alles andere als gesund, denn diverse internationale Langzeitstudien kommen zu dem Schluss: Wer jeden Tag Fleisch ist, hat eine deutlich geringere Lebenserwartung. Gefährlich wird es vor allem, wenn zu einem hohen Fleischkonsum anderen Faktoren wie zu wenig Bewegung kommen. Nicht nur das Risiko für Übergewicht nimmt zu, sondern auch die Gefahr, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen und einigen Krebsarten zu erkranken, steigt. Wer Fleisch aus Massentierhaltung isst, kann außerdem Spuren von Medikamenten wie Antibiotika aufnehmen, die gegen Krankheiten und Stress im Stall häufig allen Tieren verabreicht werden. Hinzu kommt, dass das Fleisch von gestressten Tieren aus Massentierhaltung oft von minderwertiger Qualität ist.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt deshalb: „Essen Sie (…) Fisch ein- bis zweimal pro Woche. Wenn Sie Fleisch essen, dann nicht mehr als 300 bis 600 g pro Wochen."[ii]


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2. Fleischkonsum trägt zum Klimawandel bei

Bei der Fleischproduktion entstehen erhebliche Mengen Treibhausgase. Sie zählt damit – neben dem Energiesektor und dem Verkehr – zu den Hauptverursachern der Erderwärmung.

Das liegt unter anderem daran, dass für die Nutztierhaltung ein echter Landfresser ist. Es wird geschätzt, dass das die Haltung von Nutztieren und der Anbau von Futtermitteln 80 Prozent aller Weide- und Ackerflächen der Welt beansprucht. Gegenwärtig werden z.B. in Südamerika jährlich Millionen Hektar Regenwald abgeholzt, um dort (GMO-) Soja als Futtermittel anzubauen. Dadurch werden nicht nur natürliche Lebensräume zerstört, sondern auch erhebliche Kohlenstoff-Emissionen freigesetzt. Hinzu kommt der Einsatz von gefährlichen Stickstoffdüngern und synthetischen Pflanzenschutzmitteln beim Anbau von Futtermitteln, die eine Gefahr für Gewässer und die Luftreinheit haben.

Ein weiteres Problem: Rinder stoßen große Mengen Methan aus, ein schädliches Treibhausgas. Somit ist die Fleischproduktion mittlerweile zum größten Klimakiller und zur größten Bedrohung für die Welternährung geworden.


3. Massentierhaltung hat einen hohen Preis

Anders als die Bilder von Bauernhöfen und idyllische Namen auf den Fleischwaren vorgaukeln, kommt nur ein minimaler Anteil Fleisch von Bio-Höfen, wo die Tiere frei und unbeschwert auf grünen Wiesen weiden. Der Großteil (mehr als 90%) stammt aus Massentierhaltung, wo oft Profit über das Tierwohl gestellt wird. Allein in Deutschland sterben im Jahr etwa 745 Mio. Tiere in Massentierhaltung. [i]

Konkret bedeutet das: Tausende Tiere werden auf engstem Raum gehalten und oft gewaltsam den Haltungsformen angepasst. Nicht nur die Bewegungsfreiheit wird stark eingeschränkt, auch wesentliche Grundbedürfnisse der jeweiligen Tierarten werden ignoriert. Wie man sich denken kann, ist das für die Tiere oft sehr schmerzhaft und stressig.
Warum Massentierhaltung? Obwohl einerseits immer mehr Menschen auf Fleisch verzichten oder ihren Fleischkonsum reduzieren, hat sich der Fleischverzehr von 1980 – 2012 weltweit insgesamt um 40% erhöht. Gleichzeitig wird Fleisch in Supermärkten zu extrem günstigen Preisen angeboten – eine Rechnung, die nicht aufgehen kann.


4. Eine vielseitige Ernährung mit reichlich Obst und Gemüse hält dich fit

Pflanzliche Lebensmittel wie Gemüse, Obst, Getreide und Kartoffeln liefern viele lebenswichtige Nährstoffe, Ballaststoffe sowie sekundäre Pflanzenstoffe und gleichzeitig wenige Kalorien.
Das hat positive Effekte für die Gesundheit: Umfangreiche wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass eine (ovo-)lakto-vegetarische Ernährung das Risiko für viele Zivilisationskrankheiten verringert. So leiden Personen, die sich vegetarisch ernähren, seltener an Übergewicht und haben weniger häufig einen erhöhten Blutdruck. Auch das Risiko für viele ernährungsbedingte Krankheiten wie Diabetes mellitus, Gicht, Krebserkrankungen (u.a. Darmkrebs und Brustkrebs) oder Herz-Kreislauf-Krankheiten sinkt.

5. Vegetarische Gerichte schmecken gut

Denkst du bei vegetarischer Kost vor allem an geschmacklose Diätgerichte und Salat? Zum Glück sind die Zeiten, in denen man als Vegetarier im Restaurant nur die Beilagen bestellen konnte, längst vorbei. Vegane Köche wie Attila Hildmann oder Björn Moschinski sind der beste Beweis dafür. In ihren erfolgreichen Büchern zeigen sie, dass man auch ohne Fleisch wunderbar vielfältige, gesunde und vor allem schmackhafte Gerichte zaubern kann. Mittlerweile gibt es auch viele weitere erfolgreiche Food Blogger und Küchenchefs, die sich ganz auf vegetarische und vegane Küche spezialisiert haben. Der Grund ist ganz einfach: Es ist nicht nur gesund, es schmeckt auch hervorragend!


Aber was ist mit Eiweiß und
Vitamin B12?

Vielleicht denkst du jetzt: Das klingt ja alles logisch, aber woher bekomme ich als Vegetarier meine Proteine? Und was ist mit Vitamin B 12? Was die Versorgung mit Eiweiß anbelangt, brauchst du dir keine Sorgen zu machen. Selbst wenn du ganz auf tierische Produkte verzichten möchtest, kannst du deinen Bedarf problemlos decken. Gute Proteinquellen sind zum Beispiel Hülsenfrüchte. Aber auch Gemüse, Getreide, Obst, Samen und Nüsse enthalten alle in einem gewissen Umfang Eiweiß.
Beim Thema Vitamin B12 sieht die Sache schon etwas komplizierter aus, denn ein Vitamin-B12-Mangel kann ernste gesundheitliche Folgen haben.

Das Problem: Pflanzliche Nahrungsmittel enthalten im Gegensatz zu tierischen Produkten kein Vitamin B12.

Als Vegetarier kannst du deinen Bedarf in der Regel decken, indem du Eier und Milchprodukte konsumierst.

Wenn du dich allerdings hauptsächlich oder 100% vegan ernährst, ist es wichtig, dass du zur Sicherheit entsprechende Vitaminpräparate zu dir nimmst. Außerdem solltest du regelmäßig die Vitamin-B12-Konzentration im Blut überprüfen lassen. Wenn du diesen einen wichtigen Punkt beachtest und dich sonst ausgewogen und möglichst vielseitig ernährst, spricht nichts gegen eine 100% vegane Ernährung.


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Fazit: Unsere täglichen Entscheidungen machen einen Unterschied

Angesichts all der Tatsachen fragst du dich jetzt vielleicht: Muss ich jetzt auch Vegetarier oder Veganer werden? Nur weil weniger Fleisch essen gesund ist oder besser für die Umwelt ist, heißt das natürlich nicht, dass du ab jetzt ganz darauf verzichten musst.

Es ist aber durchaus hilfreich, die Zusammenhänge zwischen Ernährung, Gesundheit und unserer Umwelt zu verstehen. Eine bewusste, möglichst ausgewogene Ernährungsweise, die aus natürlichen, regionalen und nachhaltig produzierten Lebensmitteln besteht, kann über einen längeren Zeitraum einen großen Unterschied machen. Selbst als Reducetarian(also jemand, der seinen Fleischkonsum bewusst reduziert) oder Flexatarian (flexibiler Vegetarier), kannst du bereits einen kleinen, aber wichtigen Beitrag zum Tier- und Umweltschutz sowie deinem eigenen Wohlbefinden leisten.

Wie so oft gilt: Wenn viele kleine Menschen, an vielen kleinen Orten, viele kleine Dinge tun, so können sie das Angesicht der Welt verändern!

 

[i] https://albert-schweitzer-stiftung.de/massentierhaltung, abgerufen am 12.11.2018
[ii] https://www.dge.de/ernaehrungspraxis/vollwertige-ernaehrung/10-regeln-der-dge/




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